Trauen Sie Ihren Augen nicht…

Diese Krise hat uns ja eigentlich viel Neues gebracht, vieles mussten wir gar endlich einmal lernen. Durch das Verlegen der Arbeit ins Homeoffice und den Wegfall von persönlichen Gesprächen mussten wir zB Videoconferencing lernen. Sie wissen schon: da wählt man sich in eine Plattform ein und sieht und hört dann die gewünschten Gesprächsteilnehmer. Besser als nur Telefon. Aber was sehen wir da auch noch? Es sitzen alle in ihrer Bibliothek oder im Studierzimmer. Im Hintergrund gibt es immer Berge von Büchern oder Kunst an der Wand oder manchmal auch einen Bergblick. Und was lernen wir daraus? Diese Plattformen ermöglichen, den persönlichen Hintergrund auszuwechseln und solange der Teilnehmer sich kaum bewegt, merkt man das gar nicht. Es ist also eine eigentliche Täuschung.

Und nun sollen wir also in der Krise auch noch Hausbesichtigungen per Internetvideo machen. Der Verkäufer macht also schöne Filmli und schaltet diese im Internet hoch. Oder stellt gar ein Roboterli in die Wohnung, welches man per Smartphone selbst durch die Wohnung steuern kann. Moderne Zeiten, keine Frage und rein technisch gesehen, durchaus faszinierend. Aber würden Sie tatsächlich Ihr Traumhaus kaufen aufgrund eines solchen Videos im Internet? Trauen Sie einfach allem, was da technisch möglich ist und chic aussieht?

Sie mögen mich für altmodisch halten, aber eine persönliche Besichtigung ist durch nichts zu ersetzen. Das kann auch mit Maske und Handschuhen erfolgen. Aber trauen Sie sich, kommen Sie für Besichtigungen persönlich vorbei, bevor Ihnen jemand Ihre Wunschimmobilie wegschnappt.

Autor: Hans Graf