📢 Mietkauf

Zusammenfassung des Interviews zum Thema "Mietkauf":

1. Was bedeutet Mietkauf?

Beim Mietkauf wird eine Immobilie zunächst gemietet und später gekauft.

Vereinbart werden im Vertrag:

  • die Mietdauer, meist 2 bis 10 Jahre
  • der spätere Kaufpreis
  • die monatliche Anzahlung auf den Kaufpreis

Am Ende der Mietphase ist in der Regel noch ein Restbetrag offen, der beim Kauf bezahlt werden muss.

2. Welche Vorteile bietet der Mietkauf?

Der grösste Vorteil: Der Einstieg ins Wohneigentum ist mit weniger Eigenkapital möglich.

Statt der bei einer klassischen Hypothek üblichen 20 % Eigenmittel sind je nach Modell etwa 5–10 % erforderlich.

Weitere Vorteile:

  • zunächst keine Hypothek notwendig
  • dadurch während der Mietphase keine Hypothekarzinsen
  • Kaufpreis wird frĂĽhzeitig festgelegt
  • langfristige Planung des Immobilienkaufs möglich

3. Welche Formen des Mietkaufs gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Modelle:

Klassischer Mietkauf

Der Käufer verpflichtet sich bereits bei Vertragsabschluss, die Immobilie nach Ablauf der vereinbarten Frist zu kaufen.

Optionskauf

Der Mieter erhält lediglich das Recht, die Immobilie später zu kaufen. Er kann sich also am Ende der Laufzeit auch gegen den Kauf entscheiden.

4. FĂĽr wen eignet sich ein Mietkauf?

Interessant ist das Modell vor allem fĂĽr Menschen, die ĂĽber ein gutes Einkommen, aber noch wenig Eigenkapital verfĂĽgen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • junge Paare und Familien mit zwei Einkommen
  • Personen, die noch nicht lange fĂĽr Wohneigentum sparen
  • Selbstständigerwerbende mit unregelmässigem Einkommen, die Schwierigkeiten haben, eine klassische Hypothek zu erhalten

Der entscheidende Punkt: Weniger Eigenkapital bedeutet nicht weniger Kosten. Die monatliche Belastung ist beim Mietkauf höher.

5. Wo liegen die Nachteile?

Während der Mietphase müssen gleichzeitig Miete und Kaufanzahlung bezahlt werden. Dadurch können die monatlichen Fixkosten deutlich höher sein als bei einer normalen Mietwohnung oder einer klassischen Finanzierung.

Zudem bleibt man bis zum endgültigen Kauf rechtlich grundsätzlich Mieter.

Das bedeutet beispielsweise:

  • bauliche Veränderungen sind nur mit Zustimmung des EigentĂĽmers möglich
  • grössere Umbauten oder energetische Sanierungen können meist nicht selbstständig vorgenommen werden
  • trotz hoher monatlicher Zahlungen hat man noch nicht die vollständigen Rechte eines EigentĂĽmers

6. Was muss im Vertrag geregelt sein?

Der Mietkaufvertrag wird notariell beurkundet. Besonders wichtig sind klare Regelungen zu:

  • Kaufpreis
  • Mietzins und möglichen Erhöhungen
  • Unterhalt, Reparaturen und Sanierungen
  • Eintrag des Kaufrechts bzw. der Option im Grundbuch
  • Vererbbarkeit oder Ăśbertragbarkeit des Kaufrechts

Eine professionelle Beratung ist deshalb besonders wichtig.

7. Welche Alternativen gibt es?

Wenn der klassische Immobilienkauf wegen fehlendem Eigenkapital nicht möglich ist, kommen je nach Situation auch andere Lösungen infrage, zum Beispiel:

  • Erbvorbezug
  • Schenkung
  • Verkäuferdarlehen

Diese Alternativen könnten in einem weiteren Beitrag näher erläutert werden.

Kernaussage des Interviews

Mietkauf kann den Weg zum Eigenheim erleichtern, wenn das nötige Eigenkapital noch fehlt. Dafür sind die monatlichen Belastungen höher und – beim klassischen Mietkauf – geht man bereits früh eine verbindliche Kaufverpflichtung ein.

Entscheidend ist deshalb, die finanzielle Belastung, die Vertragsbedingungen und die spätere Finanzierung des Restbetrags sorgfältig zu prüfen. Der Mietkauf ist kein „günstigerer“ Weg zum Eigenheim, sondern vor allem eine Möglichkeit, Eigenkapital und Kauf über einen längeren Zeitraum aufzubauen bzw. zu finanzieren.

Autor: Christine Hug