📢 Was geht beim Eigenmietwert?




Zusammenfassung des Interviews zum Thema "Was geht beim Eigenmietwert?":

Was ist der Eigenmietwert?

  • Gilt nur für Eigentümer, nicht für Mieter.
  • Es handelt sich um den fiktiven Mietwert einer selbstgenutzten Immobilie, der als steuerbares Einkommen deklariert werden muss.
  • Im Gegenzug dürfen Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten steuerlich abgezogen werden.

Politischer Stand der Abschaffung

  • Seit 7 Jahren diskutiert.
  • National- und Ständerat grundsätzlich einig: Abschaffung des Eigenmietwerts sowie der Abzüge für Schuldzinsen und Unterhalt geplant.
  • Derzeit in der Differenzbereinigung, also in der Feinabstimmung zwischen beiden Kammern.
  • Zeitplan:
    • Herbstsession 2024: Nationalrat behandelt das Geschäft.
    • Wintersession 2024: Ständerat könnte zustimmen.
    • Danach wahrscheinlich fakultatives Referendum → Volksabstimmung frühestens Herbst 2026.
    • Inkrafttreten frühestens 2027.

Aktuelle Streitpunkte

1. Schuldzinsenabzug:

  • Bevorzugt Gutverdienende mit hoher Hypothek.
  • Weniger fair für schuldenfreie Eigentümer.

2. Zweitwohnungen:

  • Gemeinden mit vielen Zweitwohnungen verlieren wichtige Steuereinnahmen.
  • Schätzung: ca. 2 Milliarden CHF Steuerausfälle für Bund, Kantone, Gemeinden.

3. Unterhaltskosten:

  • Wegfall des Abzugs könnte zu weniger Sanierungen führen.
  • Befürchtung: Schwarzarbeit nimmt zu.
  • Umweltaspekt: Sanierungen für CO₂-Reduktion werden unattraktiver.

Wer profitiert von der Abschaffung?

  • Ältere Eigentümer mit kleiner oder keiner Hypothek.
  • Personen, die keine grösseren Renovationen mehr planen.
  • Eventuell auch Ersterwerber, falls dafür ein Sonderabzug eingeführt wird.

Wer verliert?

  • Haushalte mit grossen Hypotheken → Verlust des Zinsabzugs.
  • Eigentümer von renovationsbedürftigen Immobilien → kein Unterhaltsabzug mehr.
  • Gemeinden, die wichtige Steuereinnahmen verlieren.

Mögliche Folgen für den Immobilienmarkt

  • Ältere, sanierungsbedürftige Häuser könnten an Wert verlieren.
  • Neuere, gut unterhaltene Objekte könnten an Stabilität oder Wert zulegen.
  • Wegfall des steuerlichen "Zinspolsters" macht Zinssteigerungen für Eigentümer spürbarer.
  • Steuerausfälle könnten dazu führen, dass Steuern für alle – auch Mieter – steigen.

Fazit und Prognose von Hans Graf

  • Ein Referendum ist sehr wahrscheinlich.
  • Wahrscheinlich wird das Thema erneut an der Urne scheitern, wie schon in den letzten vier Abstimmungen in den letzten 20 Jahren.
  • Damit könnte die Diskussion wieder jahrelang blockiert bleiben – und der Eigenmietwert bleibt wohl weiter bestehen.

Autor: Hans Graf