📢 Vorläufige Stabilisierung bei den Preisen




Zusammenfassung des Interviews zum Thema "Vorläufige Stabilisierung bei den Preisen":

1. Entwicklung der Immobilienpreise

  • Preise stabilisieren sich:
    Nach Jahren des starken Anstiegs bleiben die Preise für Häuser und Wohnungen aktuell weitgehend stabil. Ein Anstieg von maximal 1 % wird für 2024 erwartet – in der Region Schaffhausen sind sogar leicht sinkende Preise zu beobachten.
  • Aber: Wohneigentum bleibt teuer:
    Während sich früher noch 60 % der Haushalte ein Durchschnittshaus leisten konnten, sind es heute weniger als 20 %. Damit bleibt der Immobilienerwerb für viele unerschwinglich.
  • Nachfrage verschiebt sich:
    Käufer weichen zunehmend in periphere Regionen aus, was dort die Preise weiterhin leicht steigen lässt.
  • Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland verstärkt den Druck auf den Markt – sie zahlen oft den geforderten Preis.

2. Marktverhalten & Käuferdynamik

  • Längere Vermarktungsdauer:
    Häuser und Wohnungen bleiben deutlich länger online, Kaufentscheidungen dauern länger.
  • Wählerische Käufer:
    Interessenten vergleichen mehr, sind kritischer – u. a. wegen strengerer Hypothekenvergaben durch Banken.

3. Leerwohnungsziffer & Ursachen

  • Leerstand bei ca. 1 %:
    In Schaffhausen deutlich tiefer als früher (damals > 3 %). Für Käufer/Mieter wenig Auswahl, für Anbieter eher positiv.
  • Problem: Raumplanung & Bauvorschriften:
    • Es gibt genug eingezontes Bauland, aber oft am falschen Ort oder schlecht erschlossen.
    • Verdichtetes Bauen ist schwierig, weil geeignete Parzellen fehlen.
    • Immer mehr Vorschriften (z. B. Klimaziele) verteuern und verlangsamen Bauprojekte.

4. Verzögerungen & Rekurse

  • Beispiel Neuhausen:
    Ein Projekt (Abbruch & Neubau) wartet seit September 2023 auf eine Baubewilligung – Verzögerungen sind alltäglich.
  • Rekordlange Verfahren:
    Einsprachefristen und Rekurse verzögern Projekte oft um Jahre. Die Baukosten steigen währenddessen weiter – bis zu +10 %.
  • Zunahme von Rekursen:
    Es gibt eine Art „Rekursindustrie“: Einzelpersonen und Anwälte blockieren Bauvorhaben, oft ohne echte Grundlage, um mit Zahlungen einen Rückzug zu erzwingen.

Fazit von Hans Graf:

  • Die Immobilienbranche will bauen, verdichten und bezahlbaren Wohnraum schaffen.
  • Politik, Umweltauflagen, Behörden und missbräuchliche Rekurse behindern jedoch zunehmend jedes Projekt.
  • Die Folgen: Stagnierender Wohnungsbau, steigende Kosten – und eine Entspannung des Markts bleibt schwierig.

Autor: Hans Graf