Von Renditen und so...
Ein geflügeltes Wort in der Bankbranche sagt, dass wenn die Hausfrauen zu "börselen" beginnen, der Zeitpunkt zum Ausstieg ideal ist. Da ist sicher ein Funken Wahrheit dabei.
Ähnliche Tendenzen sehen wir seit 2 Jahren bei Immobilien: in neuen Überbauungen werden immer mehr Eigentumswohnungen von Privaten erworben, um sie dann zu vermieten. Die Begründung ist immer dieselbe: man habe schliesslich auf dem Sparkonto der Bank keinen Zins mehr und eine solche Wohnung bringe dann immerhin 3-4% unter dem Strich.
Das sieht auf den ersten Blick bestechend aus. Aber eines weiss ich sicher: wenn die Bundesobligationen wieder mal auf 2-3 % steigen sollten, dann werden alle diese privaten Investoren ihre Wohnungen wieder abstossen. Alle zur gleichen Zeit. Das bedeutet dann, dass die Preise fallen werden, ganz sicher. Viel Angebot und wenig Nachfrage heisst immer: sinkende Preise. Zusammengefasst bedeutet das: in zB drei Jahren kommen einige Tausend Wohnungen gleichzeitig auf den Markt. Die Preise sinken. Ziemlich sicher sogar unter den damaligen Erwerbspreis. Und die ganzen schönen Renditen zerschmelzen wie Schnee an der Frühlingssonne. Da kann dann auch der beste Makler nicht viel dagegen machen. Mein Fazit: lieber Null-Rendite auf dem Sparbuch als ein Verlust bei einem gewagten Immobilieninvestment.
Autor: Hans Graf