Über Zinsen und Differenzen

Immer wieder werden wir gefragt, welche Hypothek denn idealerweise abgeschlossen werden soll: eine Festhypothek mit fester Laufzeit zu einem festen Zins oder eine sogenannte Geldmarkthypothek, auch Libor-Hypothek genannt, mit variablem Zins.

Bei der festen Hypothek kann der Hauseigentümer während der ganzen Laufzeit mit dem gleichen Zins rechnen, was das Budgetieren der Haushaltausgaben vereinfacht. Das schätzen viele Leute. Aber attraktiv sind diese Hypotheken zurzeit nicht. Weil sie teurer sind, als Geldmarkthypotheken. Untersuchungen zeigen, dass die Festhypotheken zwischen 2005 und 2015 rund 60% teurer waren, als die Geldmarkthypotheken. Nun muss das, was die letzten 10 Jahre gestimmt hat, nicht zwingend auch die kommenden 10 Jahre zutreffen. Aber es gibt kaum Gründe dafür, warum die Geldmarkthypotheken steigen sollten. Zurzeit kosten 10-jährige Festhypotheken unter 2% und Geldmarkthypotheken sind für etwa 1% zu haben. Kurz zusammengefasst: bei einer Hypothek von Fr .500'000.­-- sparen Sie Fr. 5'000.-- pro Jahr. Oder Fr. 50'000.-- in 10 Jahren. Diesen Betrag könnten Sie verwenden, um Ihre Hypothek zu tilgen. Oder Ihren Kindern ein Studium zu finanzieren. Oder Sie machen endlich die lange geplante Weltreise.

Aufs Sparbuch sollten Sie diesen Betrag nicht übertragen, denn da erhalten Sie zur Zeit keinen Zins, ja es könnte sogar sein, dass die Banken Ihnen einen Negativzins aufbrummen. Das macht im Moment noch keine Bank. Aber wir haben in der Vergangenheit ja gelernt, wie kreativ manche Banken sein können, wenn es darum geht, bei den Kunden noch ein paar Franken mehr herauszupressen.

Autor: Hans Graf

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