Tiefe Hypozinsen - Leben in Saus und Braus…

Seien wir mal ehrlich: als wir mit der Bank beim Kauf unseres Hauses über die Tragbarkeit gesprochen haben, haben wir mit einem Zins von 5% kalkuliert. Wenn das, zusammen mit Nebenkosten und Tilgung, tragbar war, dann konnten wir kaufen und die Bank hat finanziert. So geht das in der Schweiz.

Heute bezahlen wir 1% Hypozins und freuen uns an der Tatsache, dass unser Haus kaum mehr als eine kleine Mietwohnung kostet. Aber was machen wir mit der Differenz von 4% gegenüber der damaligen Tragbarkeitsrechnung? Wir fliegen zweimal im Jahr in die Ferien, dazu noch Skiferien im Winter. Dann ein neues Auto nach bereits 5 Jahren und das Rennvelo aus Carbon haben wir uns auch noch geleistet. Das ist so schön, dass wir uns seit Jahren darauf eingestellt haben und uns kaum noch vorstellen können, dass die Zinsen auch einmal wieder steigen könnten. Würden wir den Gürtel wieder enger schnallen können? Würden wir mit dem älteren Auto in den einmaligen Ferien nur ins Tessin in eine einfache Ferienwohnung fahren? Wanderferien mit der Familie? Und die bereits dreijährige Skiausrüstung würde noch eine Saison genügen?

Geschätzte Blog-Leser: ich bin sicher, dass vielen von uns das Sparen und Verzichten schwer fallen würde. Genau so sicher bin ich, dass viele daran scheitern würden und eher das Haus verkaufen, als auf den Konsum und Luxus zu verzichten. Gut für die Maklergilde, ohne Zweifel. Aber muss es so weit kommen? Wäre es nicht ein guter Gedanke, die Differenz zur Seite zu legen und damit regelmässig die Hypothek zu tilgen? In anderen Ländern offerieren die Banken ein Modell, wo der Kunde jeden Monat genau gleich viel einbezahlt. Von diesem Betrag zahlt der Kunde die Zinsen und die Differenz nutzt die Bank gleich, um die Hypothek zu tilgen, Automatisch. Und wenn die Zinsen weiterhin so tief bleiben, stellen Sie eines Tages fest, dass Sie bei der Bank keine Schulden mehr haben. So einfach wäre das.

Autor: Hans Graf

Das könnte Sie auch interessieren: