Süsses oder Saures

Geschätzte Leserinnen und Leser des Graf & Partner-Blogs.

Wenn es heute Abend ganz unverhofft an Ihrer Haustüre klingelt und Sie ganz verdutzt in die Augen eines Aliens, eines Geistes oder einer Hexe blicken, dann hat das nicht etwa zu bedeuten, dass auf dem Nachbarsgrundstück ein Ufo gelandet ist oder dass das letzte Glas Wein zum Abendbrot eines zu viel war. Sie brauchen auch nicht aus Angst die Türe zuzuknallen und schweissgebadet die 117 zu wählen. Bleiben Sie ganz ruhig. Heute ist Halloween!

Ein Brauch, der in der Schweiz zwar keine Tradition hat, aber dennoch immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Da aber nicht jedermann mit Halloween vertraut ist und wir speziell unsere treuen Leserinnen und Leser vor gruseligen Überraschungen bewahren möchten, soll hier dessen Geschichte erklärt und einige wichtige Informationen zum Tag der Kürbisse genannt werden.

Was ist Halloween?

Das Wort «Halloween» bezeichnet den Vorabend von Allerheiligen. Man vermutet, dass die Iren diesen Brauch von ihren keltischen Vorfahren übernommen haben. Die Kelten feierten jeden Herbst mit dem sogenannten «Samhain» den Winteranfang und glaubten, dass die Verstorbenen ihre lebenden Verwandten auf der Erde besuchen kommen. Mit Laternen leuchteten sie ihnen den Weg und damit die Toten die Lebenden nicht erkennen und sich an ihnen rächen konnten, haben sich diese verkleidet.

Im Zuge der Eroberung der britischen Inseln durch die Römer vermischte sich Samhain mit dem römischen Totenfest. Die katholische Kirche nannte es fortan «Allerheiligen» und legte es im 9. Jahrhundert auf den 1. November. Auch heute noch gedenkt die Kirche an diesem Tag der Toten. Ihrer Tradition entsprechend feierten die Iren in der Nacht vor «Allerheiligen» den «All Hallows’ Eve» (Allerheiligenabend), woraus später Halloween entstand.

Irische Auswanderer brachten im 19. Jahrhundert «Halloween» von Europa nach Nordamerika. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist «Halloween» in den USA und Kanada ein grosses Volksfest, welches in den letzten Jahren auch in zahlreichen europäischen Ländern immer grösseren Anklang findet.

Trick or treat

Halloween steht unübersehbar im Zeichen der Kürbisse. Zu tausenden schmücken sie auch hierzulande die Gärten, werden ausgehöhlt, zu angsteinflössenden Gesichtern geschnitzt und mit Kerzen beleuchtet. Immer wieder findet man auch Häuser, welche zu einem regelrechten Gruselkabinett verwandelt wurden.

Der aber wohl wichtigste Brauch an Halloween steht unter dem Motto «trick or treat», auch bekannt unter «Süsses oder Saures».

Dabei spazieren als Geister, Hexen oder Monster verkleidete Kinder von Tür zu Tür und verlangen nach Süssigkeiten. Wenn man Glück hat, wird der Spender zum Dank mit einem Lied oder einem Schul-Vers unterhalten. Widersetzt man sich aber den Forderungen der Kinder, muss man mit einem mit Konfetti gefüllten Briefkasten oder einer mit Zahnpaste verschmierten Türklinke rechnen.

Möchten Sie den Kindern auf ihrem Süssigkeiten-Feldzug eine Freude bereiten, dann ab in den Supermarkt.

Fürchten Sie sich jedoch vor Spinnen, Skeletten und sonstigen Ungeheuern, oder können Sie ganz einfach nichts mit dem „neumodischen Zeug“ anfangen, dann heisst es nichts wie Rollläden runter, Licht aus und ab in den Keller, bis dass der Spuk vorbei ist.

Happy Halloween allerseits!

Autor: Manuel Liniger

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