So verschenkt man bares Geld…
Da war ich doch kürzlich an einer Klassenzusammenkunft (Klassentreffen) und natürlich kommt man dabei im Laufe des Abends darauf zu sprechen, was man denn heute so arbeitet und dann schnell einmal, wie denn der Markt so sei und die Preise. Dabei schildert mir ein ehemaliger Klassenkamerad, dass seine Eltern kurz nacheinander verstorben seien und das Elternhaus kürzlich verkauft worden sei. Ich bin natürlich interessiert und frage nach, welchen Makler sie denn eingeschaltet hätten. Das sei nicht nötig gewesen, denn schon kurz nach dem Hinschied hätten sich mehrere Nachbarn schriftlich mit einem netten Brief oder einfach einer Notiz im Briefkasten bei ihnen gemeldet. Sie hätten danach einfach alle einmal eingeladen zur Besichtigung und schon hätten sie die Käufer gehabt. Seien übrigens sehr nette Leute mit wohlerzogenen Kindern und so. Da konnte ich natürlich nur gratulieren. Ich wollte dann aber noch wissen, wie sie denn den Verkaufspreis ermittelt hätten. Ganze einfach, sagt mein Klassenkamerad. Bei der Aufnahme des Inventars durch das lokale Erbschaftsamt sei der amtliche Verkehrswert ja herangezogen worden und diesen hätten sie genommen und sogar um ein paar Franken übertroffen. Toll, wirklich toll, denke ich mir. Der amtliche Verkehrswert ist nie der Wert, den der Markt hergibt. Er ist immer wesentlich tiefer, weil er kaum angepasst wird und ein theoretischer Wert bleibt. Da hat mein Klassenkamerad und seine Familie also sehr viel Geld verschenkt. Und damit ist auch klar, warum die Käuferfamilie so auffallend nett ist.
Hätten sie einen Fachmann beigezogen, wenigstens zur Feststellung eines korrekten Marktwertes, hätten sie viel mehr eingenommen. Der Staat hätte zwar auch einiges mehr an Grundstückgewinnsteuern abbekommen, jedoch würde nach Steuern immer noch einiges bleiben. Freuen wir uns also mit der jungen Familie über deren günstiges neues Heim. Und lernen wir daraus, dass es sich durchaus sehr lohnen könnte, einen erfahrenen Makler beim Verkauf beizuziehen.
Autor: Hans Graf