Schnelles Geld aus dem Ausland im Immobiliengeschäft

Luca ist baff: Der Anrufer aus dem Ausland zeigt sich hingerissen vom ausgeschriebenen Ferien­haus und will es sofort erwerben. Sein selber aufgeschaltetes Internetinserat ist offenbar ein Volltreffer!

Interessant ist nur, dass der Kaufwillige - nennen wir ihn Ivan - das Haus nicht einmal besichtigen will sowie den Kaufpreis keinen Moment diskutiert. Einzig: Luca müsste ihn in Mailand in einem luxuriösen Hotel aufsuchen, um das Geschäft abzuschliessen. Luca hat da ein komisches Bauchgefühl und ruft mich an.

Diese Geschichte kommt Ihnen bekannt vor? Sie ist kein Einzelfall und kommt in verschiedenen Varianten immer wieder vor. Ein solch erstaunlicher Volltreffer hat sich vor einigen Jahren sogar bei uns gemeldet: Er suche eine wirklich grossartige Villa. Geld spiele keine Rolle …

Solch exotische Angebote mit Treffpunkten in Italien oder anderswo kommen immer wieder in der Praxis vor. Die Immobilie wird zum Vorwand, um einen sogenannten Rip-Deal (englisch «to rip»: entreissen) aufzugleisen. Das luxuriöse Blendwerk baut auf die Naivität des kontaktierten Opfers. Vor Ort steht nicht die Immobilie zur Debatte sondern das Angebot für ein fantastisch lukratives Bargeldgeschäft.

Wer sich auf so einen Kontakt einlässt, riskiert einiges. Nach deftiger Vorauszahlung oder Geld­wechsel des Opfers, winken böse Überraschungen: Dahinter stecken gröbster Betrug und Nepp (Falschgeld, Taschenspielertricks, etc.), manchmal sogar gekoppelt mit Gewaltanwendung, abgesehen davon, dass man sich für illegale Geldtransaktionen zusätzlich strafbar machen würde.

Das Bundesamt für Polizei hat da einige abenteuerliche Geschichten gesammelt - wohl die Spitze eines Eisbergs, da sich nicht jeder Betrogene aus nachvollziehbaren Gründen melden wird. Richtig dick zu und her kann es gehen, wenn sich Geschäftsleute und Unternehmer in finanziellen Schwierigkeiten auf solche Kontakte einlassen, da noch wesentlich höhere Geldsummen im Spiel sind. Varianten von Betrüger Taktiken und Empfehlungen für die Kontaktierten sind z.B. auf der folgenden Webseite nachzulesen:

https://www.fedpol.admin.ch/fedpol/de/home/aktuell/warnungen/geldwechselbetrug.html .

Autor: Patrizia Pellandini

Das könnte Sie auch interessieren: