Preisgestaltung

Ich kann Ihnen leider heute nicht genau sagen, wie hoch die Preise für Zuckerrüben im Herbst 2018 sind. Genauso wenig kann ich Ihnen verbindlich mitteilen, wie sich die Immobilienpreise im Klettgau entwickeln. Es gilt aber, wie überall: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Gehen wir davon aus, dass es keine Verknappung des Baulandes gibt. Und gehen wir weiter davon aus, dass wie in den letzten 10 Jahren, die Wohnbevölkerung ungefähr 0,75% pro Jahr zunimmt, dann können Sie selber für Ihre Wohngemeinde ausrechnen, wie viele Wohneinheiten pro Jahr ungefähr gebaut werden müssten.

Pro Wohneinheit rechnet man heute mit ca. 2,5 Personen. Hat also Löhningen, als Beispiel, heute rund 1'400 Einwohner, dann müssten in den kommenden Jahren jedes Jahr ungefähr 10 neue Einwohner netto dazukommen. (Netto deshalb, weil ja auch Menschen wegziehen oder sterben.) Das würde heissen, dass etwa 4 zusätzliche Wohneinheiten pro Jahr innerhalb der Gemeinde absorbiert werden. Ganz einfach, denken Sie? Eben gerade nicht, denn wenn in einem Jahr zB drei ältere Einfamilienhäuser mit bisher je einer alleinstehenden Person darin, an je eine Familie mit Kindern verkauft werden, dann sind die genannten 10 zusätzlichen Einwohner bereits untergebracht.

Es bräuchte also in Löhningen in diesem Jahr keine neuen Wohnungen oder Häuser. Was passiert nun, wenn ein Unternehmer einfach mal drei Häuser projektiert? Die Nachfrage ist nicht besonders gut und die Preise demnach für diese Häuser auch nicht. Und das Bauland, worauf diese Häuser gebaut würden, kann auch nicht teurer sein als im Vorjahr, weil ja eben die Nachfrage nicht gestiegen ist. Tönt kompliziert, ist jedoch tatsächlich so einfach. Oder genauer gesagt: in Löhningen würden die Baulandpreise in diesem Beispiel-Jahr vermutlich kaum steigen.

Dann lassen Sie uns zum Schluss mal noch überschlagen, wie das nun in Gemeinden ist, wo viel "auf Halde" gebaut wird…

Autor: Hans Graf

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