Mobiles Arbeiten

Haben Sie sich auch schon gefragt, wo eigentlich die Dame an der Hotline der Firma X sitzt, mit der Sie eben gesprochen haben? Oder sind Sie sicher, dass der Brief von Ihrer Versicherung mit Absender Zürich auch tatsächlich aus Zürich kommt? Eigentlich spielt das doch keine Rolle, Hauptsache, Sie sind gut und korrekt bedient worden.

Heutzutage werden sehr viele Dienstleistungen aus Orten erbracht, die wir gar nicht vermuten. So bestellen wir zB bei unserem Grafiker eine Inseratevorlage, welche morgen bei uns eintreffen muss. Das klappt bestens. Wenn ich dann noch genau nachfrage, wo er sich aktuell gerade befindet, dann kann es gut sein, dass er beim Surfen irgendwo in Südostasien ist und dazwischen meine Bestellungen erledigt. Wissen Sie was? Ich finde das gut, denn meine Bestellung wird pünktlich geliefert und das ist doch das, was zählt. Wenn mein Grafiker eine grössere Arbeit zu machen hat, dann sucht er vor Ort ein Co-Working auf. Das ist ein geteiltes, öffentliches Büro oder ein Arbeitsplatz. Dort loggt er sich ein, arbeitet mit bester Infrastruktur ein paar Stunden und geht danach wieder surfen. Dabei bezahlt er diesen Arbeitsplatz nur für so viele Stunden, wie er auch dort war. Danach kommt ein anderer freischaffender Arbeiter und macht seine Arbeit. Solche mobilen "Nomaden" gibt es bereits millionenfach auf der ganzen Welt. Junge Menschen entdecken die Welt und verdienen sich nebenbei oder hauptamtlich das dazu benötigte Geld.

Wir werden in nächster Zukunft noch sehr viel mehr solche Co-Working-Arbeitsorte finden, denn immer mehr Chefs auch in der Schweiz, ermöglichen ihren Mitarbeitern, einen Teil zu Hause (home-office) oder am Wohnort zB in einem Co-Working zu erledigen. Das erhöht die Zufriedenheit der Mitarbeiter, verstopft weniger Strassen und Züge und ist erst noch gut für die CO2-Bilanz. Wir bleiben an diesem Thema auf jeden Fall dran.

Autor: Hans Graf

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