Leerstände
Wo immer wir heute durch unsere Region fahren, ragen Baukräne in die Luft. Es wird gebaut, wie wenn es nächstens verboten würde. Bereits schlägt sich diese Bautätigkeit in den Statistiken nieder. Die Leerstandsquote steigt auf 1,6% und die leer stehenden Mietwohnungen nahmen in den letzten vier Quartalen um 13% zu. Das ist zwar noch nicht besorgniserregend, jedoch fragt man sich, was die Auswirkungen sind oder sein werden.
In unserer Region verfügen wir über einen vergleichsweise alten Gebäudepark. Das rührt auch daher, dass aufgrund unserer Strukturveränderungen, also der Umwandlung des Kantons vom Industriekanton zum Dienstleisterkanton, von Mitte der 80-er Jahre bis in die Nuller-Jahre kaum neue Mietwohnungen entstanden sind. Die institutionellen Immobilieneigentümer, also Pensionskassen, Immobilienfonds und andere mieden alle Regionen ausserhalb der grossen Agglomerationen. Die Region Schaffhausen wurde erst vor wenigen Jahren neu entdeckt. Jetzt wird gebaut und in die neuen Mietwohnungen ziehen nun jene Menschen, welche in bisher "neueren" Wohnungen gelebt haben. In die bisher "neueren" Wohnungen ziehen Menschen, welche in alten Wohnungen gelebt haben und die alten Wohnungen stehen zusehends leer. Das bedeutet, dass Eigentümer von alten, älteren und nicht mehr zeitgemässen Wohnungen unter Druck geraten. Da werden in den kommenden Jahren viele ältere Gebäude saniert werden müssen, um den Leerständen zu begegnen.
Als Mieter sind Sie heute also in einer sehr komfortablen Lage: der Mietwohnungsmarkt spielt und Sie haben eine grosse Auswahl in jeder Preisklasse. Bei solchen Leerständen werden auch die Mieten kaum zu erhöhen sein. Es gibt sogar Fachleute, welche voraussagen, dass die Mieten tendenziell weiter nach unten gehen. Nutzen Sie also doch mal diese tollen Aussichten, und überlegen Sie sich einen Umzug in eine neue oder neu gemachte Wohnung. Sie haben doch schon länger davon geträumt, endlich eine eigene Waschmaschine in der Wohnung zu haben und vielleicht ein zweites Bad?
Autor: Hans Graf