📢 Immobilienbewertung und Preis: NEU zum Hören und Lesen.
Verkehrswert und Verkaufspreis – was ist der Unterschied?
Hören Sie dazu unseren Immoservice. Neu haben wir eine gekürzte Version des Interviews zusammengestellt. Viel Freude beim Lesen und Hören.
Der Traum vom eigenen Heim ist ungebrochen, trotz laufend steigenden Preisen.
Für immer mehr Schweizer bleibt ein eigenes Heim unerreichbar. Weil die Löhne nicht parallel zu den Häuserpreisen gestiegen sind.
Zwar werden einzelne Objekte in der Region zu Spitzenpreisen ausgeschrieben, welche Preise schlussendlich erzielt werden, wissen wir ja nicht. Hier kommen Begriffe wie Wert und Preis ins Spiel.
Wert und Preis – könntest du diese Begriffe erklären?
Gerne. Ist ein Haus zum Verkauf ausgeschrieben, folgt meist eine Schätzung, d. h. es wird ein Mittelwert ermittelt. Qualitativ gibt es hier jedoch grosse Unterschiede:
Internet-Tools zur schnellen Gratisbewertung dienen einigen Maklern dazu, um Leads zu finden, also Immobilien-Eigentümer, die Interesse an einem Verkauf zeigen. Und weil Makler stets auf der Suche sind, versprechen Sie oft den höchsten Verkaufspreis.
Doch Schätzwert ist nicht gleich Verkaufspreis. Kurz gesagt, ein Verkehrswert würde von mehreren am gleichen Tag bezahlt, ein Verkaufspreis bezahlt nur der Meistbietende. (Hierzu eine ausführliche Definition im Radio-Munot-Interview.)
Ist es nicht legitim, für mein Haus den bestmöglichen Preis erzielen zu wollen?
Richtig. Bezieht man aber den potenziellen Käufer mit ein, dann ist bei diesem Auktionsprinzip der höchste Preis oft ein Ausreisser. Damit Wert und Preis in etwa übereinstimmen, müsste der „richtige“ Preis von einigen Kaufinteressierten geboten werden, also vom zweit-, dritt- oder viertbesten.
Wir haben Begriffe geklärt und weshalb zwischen Wert und Preis oft eine grosse Differenz besteht. Kannst du, Hans, uns einen guten Rat geben?
Mit guten Ratschlägen bin ich vorsichtig, ich lebe ja auch von Immobilienverkäufen und muss oft in klassischen Auktionsverfahren den bestmöglichen Preis erzielen.
Fair(er) wäre es jedoch, einen ungefähren Preis festzusetzen und verschiedene Angebote via Bieterverfahren einzuholen, um dann sowohl das höchste als auch das tiefste Angebot zu streichen. Von den restlichen Angeboten den Durchschnittspreis zu berechnen und diesen anschliessend unter den Anbietern zu verlosen.
Welche Voraussetzungen wären für eine solche Abwicklung nötig?
Verkäufer müssten etwas weniger auf den höchsten Preis fixiert sein, was wir kaum schaffen werden, denn es ist halt allzu menschlich. Wenn aber Kaufinteressente aus Prinzip nicht in einem klassischen Bieterverfahren kaufen würden – dann könnte etwas bewegt werden. Fairer wäre es auf jeden Fall.
Wärst du bereit, das von dir vorgeschlagene Verfahren selbst durchzuführen?
Das würde ich sehr gerne, wenn ein Verkäufer dafür Verständnis aufbringt. Denn ein Geschäft oder Verkauf ist nur dann perfekt, wenn Verkäufer und Käufer zufrieden sind.
Autor: Hans Graf