Gewerbe im Wohngebiet…
Nach den verschiedenen Berichten in den Medien erlaube ich mir auch noch, meinen Senf dazuzugeben. Generell: Sowohl ein Heim, wie auch ein Bordell sind in einer Dorfkernzone erlaubt. Wären also zonenkonform. Jedes Umbau- oder Anbauvorhaben braucht eine Baubewilligung, welche ein Baugesuch erfordern. Ein Baugesuch wurde durch einen etablierten lokalen Architekten gestellt. Jede gewerblich genutzte grössere Liegenschaft braucht, um einigermassen zu rentieren, eine gewisse Anzahl vermietbarer Flächen. Gleiches gilt für Mehrfamilienhäuser. Beim aktuellen Projekt im Herblinger Dorfkern hätte das bestehende Bauernhaus aus diesen Gründen beträchtlich erweitert werden müssen. Dazu fanden auch Gespräche mit Nachbarn statt betreffend Näherbaurechten oder Grenzbaurechten. Diese Gespräche verliefen positiv und der Architekt durfte in gutem Glauben davon ausgehen, dass aus diesen Gesprächen später eine Dienstbarkeit errichtet wird, welche das Projekt brauchte. Der Architekt führte ausserdem verschiedene Gespräche mit Fachleuten der Stadt über die Gestaltung. Wie immer kann man bei bekannten "kann"- und "sollte"-Gesetzesartikeln geteilter Meinung sein, was auch hier der Fall war. Die Planer konnten sich nicht abschliessend auf genau die richtige Gestaltung einigen.
Wenn Bauwillige ein Baugesuch einreichen, dann haben sie anschliessend eine Entscheidung, für oder gegen das Gesuch. Und dann kann man entscheiden, ob man bauen will (bei positiver Baubewilligung) oder ob man das Projekt begraben will. Das hat der Investor hier gemacht. Einfach abgewogen und gegen einen Weiterzug entschieden. Aber was macht ein Investor dann mit dem leerstehenden Haus? Er vermietet es. Das hat er gemacht. An ein Bordell. Das ist nicht gerade schön und die Häme in den Boulevardmedien hätte er sich auch sparen können. Aber es ist ein unternehmerischer Entscheid, welchen ich respektieren kann. Dass die Herblinger nun landesweit als Verhinderer gelten, glaube ich eigentlich nicht. Je grösser die Buchstaben im Boulevardblatt, desto rascher ist die Geschichte auch wieder vergessen.
Damit lasse ich diese Angelegenheit nun auf sich beruhen und befasse mich mit den richtig grossen Herausforderungen unserer Branche….
Autor: Hans Graf