Eigenheim zu gross und teuer, was nun?
Zahlreiche Senioren verbleiben im eigentlich zu gross gewordenen Zuhause mangels attraktiver Alternativen. Stadt- und Raumplaner sowie Immobilieninvestoren sind gefordert, um Gegensteuer zu geben. Doch auch eigene Initiative und das Beiziehen von Fachpersonen sind wichtig.
Mit zunehmendem Alter kann das eigene Haus ungemütlich und zur Altersfalle werden. Die vermeintliche Altersvorsorge wird im Unterhalt zu teuer und den wandelnden Bedürfnissen nicht mehr gerecht. Ungeachtet des Wohlstandes erhält der Wunsch nach einer überschaubaren und pflegeleichten Grösse des Zuhauses mehr Gewicht.
Kleinere Miet- oder Eigentumswohnungen sind begehrt
Unsere Gespräche mit Eigenheimbesitzern bestätigen diverse Erhebungen: Im Falle eines Umzugs ist das Bedürfnis der meist Pensionierten nach einem preiswerten, ruhigen und gemütlichen Zuhause zentral. Auch Sicherheit und ein passendes Umfeld sind ihnen wichtig. Zur Realität gehört auch, dass viele Senioren langfristig mit sinkendem Einkommen rechnen, weshalb sich auch die Nachfrage nach einer rollstuhlgängigen, luxuriösen Wohnung mit Altersresidenz-Dienstleistungsangebot im Markt deutlich in Grenzen hält.
Günstige Wohnungen für Ein- bis Zweipersonen-Haushalte sind somit begehrt. Doch hier ist das passende Angebot derzeit ziemlich dünn. Demografische Erhebungen zeigen, dass die Nachfrage von Singles und Paaren durch alle Altersgruppen in den nächsten Jahrzehnten noch weiter zunehmen wird, darunter Senioren und die vielzitierten Babyboomer, deren Kinder ausgeflogen sind. Hier gibt es einen beträchtlichen Aufholbedarf in der Immobilienbranche, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.
Verdichtetes Wohnen als Chance
Das 2014 revidierte Raumplanungsgesetz des Bundes verlangt eine qualitätsvolle Verdichtung des bestehenden Siedlungsraumes. Die ökonomischen und ökologischen Vorteile des Eindämmens der Zersiedelung ist unbestritten. Die bessere Wohnnutzung von Altstadtliegenschaften schreitet voran und auch in Einfamilienhausquartieren tut sich was: Anpassungen im Bereich der bestehenden Bausubstanz, bzw. am Grundriss können tolle Lösungen hervorbringen. Das Einfamilienhaus erhält eine Einliegerwohnung, wird zum Mehrfamilienhaus, bietet Wohnraum für mehr Personen bzw. Haushalte. Und bringt erst noch eine wertvolle soziale Komponente hinein.
Frühzeitig Planen lohnt sich
Wenn Hausbesitzer sich früh überlegen, wie und wo sie später wohnen wollen, können sie in der Regel eine breitere Palette von Optionen ausloten. Dazu gehört auch eine solide Analyse der finanziellen Möglichkeiten. Diffuse Zukunftsängste können so aus dem Weg geräumt werden. Es macht nicht immer Spass, an morgen zu denken. Doch eine gute Planung kann davor schützen, das geliebte Zuhause einmal unter Zeitdruck verkaufen zu müssen und dabei viel Geld zu verlieren.
Autor: Patrizia Pellandini