Belebung der Innenstadt - Blick zu unseren nationalen Antipoden
Chiasso ist mit seiner Grenzlage vielen ähnlichen Herausforderungen wie Schaffhausen ausgesetzt. Der Strukturwandel hat dem Zentrum der Stadt zugesetzt. Viele Restaurants und Geschäfte haben schliessen müssen. Dementsprechend sind die Besucherfrequenzen auf dem Corso San Gottardo schmerzhaft zurückgefallen. Besonders nach Geschäftsschluss. Zudem hat Chiasso eine hohe Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfänger-Quote. Es wurde langsam ungemütlich. Die Innenstadt hat zwar die letzten Jahre dank der schon gepflästerten neuen Fussgängerzone an Attraktivität gewonnen. Doch hier war ein zusätzlicher Ansatz gefragt, um diese zu beleben.
Eine städtische Initiative hat hier ein elegantes Projekt entwickelt: Es ist eine Zwischenlösung gefunden worden, welche offenbar sozial, kulturell und mittelfristig auch wirtschaftlich greift.
Mit dem Projekt "Frequenze" werden Eigentümer von leerstehenden Geschäften einbezogen: Die Räumlichkeiten werden für Kunstprojekte zwischengenutzt. Und Sozialhilfeempfänger kümmern sich gegen Entgelt um die Aufsicht, erklären Besuchern die Exponate, welche von Fotoausstellungen zur Lokalkultur bis Videoinstallationen reichen. Auch Ausweitungen werden geprüft: Lokalitäten zum Tanzen, für Gesellschaftsspiele sowie mit dem Focus auf die Grenzlage und den Pendlern auch Räumlichkeiten für Co-Working und Co-Eating, wo das mitgebrachte Mittagessen gemeinsam eingenommen werden kann. Der Focus liegt auf die Zwischennutzung und das Ziel ist klar, die möglichst schnelle normale Bewirtschaftung der Läden. Offenbar konnten wieder normale Mieter für mehrere Liegenschaften gefunden werden. Interessante kleine Geschäfte haben sich eingemietet und viele Herumhänger sind verschwunden. Gut gemacht Chiasso!
Autor: Patrizia Pellandini