2. Teil: Der Einstieg als Praktikant in die Berufswelt – Ein Stoss ins kalte Wasser?
Wenn ich jetzt – nach ungefähr zehn Monaten – an mein anfängliches Kopfzerbrechen über das Wo und Wie zurückdenke, muss ich doch etwas schmunzeln. Als Praktikantin bei professionellen Immobilienmaklern habe ich täglich mit Kunden zu tun – ausgezeichnete Beratung beherrsche ich immer noch nicht, trotzdem fühle ich mich inzwischen sicher, wenn sich ein Interessent für eine Liegenschaft meldet und ich ihm Auskunft darüber geben darf. Fragen, die mich früher schnell aus der Fassung brachten wie: «Warum verkauft der Eigentümer? Wieso verkaufen sie zu einem solch (stolzen) Preis? Was für Schattenseiten birgt dieses Haus?», weiss ich nun ehrlich und fachlich zu beantworten. Hier im Geschäft lerne ich mein zwischenmenschliches Gespür zu entwickeln und zu fördern. Nur wenn ich mich auf die Kunden einlasse, kann ich davon ausgehen, dass diese sich auf mich einlassen – so gewinnt man nebenbei ausschlaggebende Informationen und eine daraus schliessende gute und erfolgreiche Beratung.
Dieser Aspekt, der Umgang mit der Klientel, ist essentiell für mich. Alles andere lernte oder lerne ich mit der Zeit. Eine gute Atmosphäre im Geschäft aufzubauen, organisiert und souverän zu agieren, vernetzt in Bezug auf meine ganze Tätigkeit zu handeln. Zwischenzeitlich bin ich stolz erzählen zu dürfen, dass ich mehrheitlich selbständig den Internetauftritt eines Objekts planen, die auf die Anzeige reagierende Interessenten abholen und betreuen kann. Mit dazu gehört die Durchführung von seriösen Besichtigungen, wie auch die Schritte nach einem positiven Kaufentscheid. Nicht zu vergessen sind die Einblicke vertraglicher Natur. Jeder Liegenschaftskauf-/ Verkauf wird mit verschiedenen Verträgen (Kaufvertrag, Reservationsvertrag, Maklervertrag, Vollmacht etc.) festgehalten – da ich eine eher wirtschaftlich orientierte Schule abschliesse, kamen mir zu Beginn doch einige Begriffe vertraut vor.
Soviel kann ich, als ehemalige Schülerin, die dem Berufsalltag gegenüberstehend stand, sagen: Das Wasser war doch nicht so kalt. Die Schulzeit ist zwar vorbei, in der die Lehrer den Schüler hinterher hetzten und vieles vorschrieben, aber in dieser (erwachsenen) Welt verwirkliche ich mich selbst und meine Erfahrungen nehme ich dankend mit in meine Zukunft. Was ich auch, nebst der Kommunikationsfähigkeit lerne, ist eine Idee, wie ich ein Haus von A bis O verkaufen kann – als Leihe erlaube ich mich schon nicht mehr zu bezeichnen, denn die gespürte und auch gelebte Kompetenz und die Erfahrung bei GRAF & PARTNER haben mein Horizont beträchtlich erweitert.
Autor: Paulin Cyril, Praktikantin